Klappentext: 11 typische Fehler, die du vermeiden solltest

Klappentext: 11 typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein guter Klappentext entscheidet, ob jemand dein Buch liest – oder weiterklickt. Und doch schleichen sich gerade hier viele kleine, aber folgenreiche Fehler ein. Manche sind technischer Natur, andere stilistisch – aber alle vermeidbar.

Hier kommen die häufigsten Stolpersteine – und was du besser machen kannst.

Du beschreibst dein Buch – statt es zu verkaufen

Viele Autorinnen schreiben: »In diesem Buch geht es um …« Das klingt wie eine Inhaltsangabe, nicht wie ein Klappentext.

Besser: Versetze dich in die Perspektive der Leserin. Was interessiert sie? Was zieht sie in die Geschichte? Verkaufe das Gefühl, nicht die Inhaltsstruktur. Ein Klappentext ist keine Zusammenfassung – seine Aufgabe ist zu verkaufen.

Kein echter Hook am Anfang

Der erste Satz ist entscheidend. Wenn er nicht sofort Neugier oder Emotion auslöst, ist die Leserin weg – spätestens nach Zeile zwei.

Besser: Starte mit einer Frage, einem offenen Konflikt oder einer starken Behauptung. Kurz, klar, eindrücklich. Zum Beispiel: »Sein größter Verrat liegt 20 Jahre zurück – und kehrt jetzt zurück.«

Zu lang – oder zu kurz

Klappentexte mit 300 Wörtern? Verliert man unterwegs. Nur 50? Reicht nicht. Je nach Plattform liegt der Sweet Spot bei 100–200 Wörtern.

Besser: Kürzen, verdichten, aber nicht amputieren. Jeder Satz muss tragen. Wenn ein Satz nicht verkauft, fliegt er raus.

Viele Autorinnen erzählen im Klappentext zu viel. Leserinnen wollen neugierig werden, nicht die halbe Handlung erfahren. Der ideale Punkt, an dem ein Klappentext endet, ist meist kurz nach dem Inciting Incident – dort, wo sich das Leben der Hauptfigur unwiderruflich verändert. Ab hier beginnt der eigentliche Konflikt. Erzähle nicht weiter. Neugier entsteht aus der Lücke.

Klappentext: 11 typische Fehler

Falsche oder gar keine Genre-Signale

Wenn dein Klappentext wie ein Liebesroman klingt, dein Buch aber ein düsterer Near-Future-Thriller ist – verlierst du Leserinnen. Und bekommst schlechte Rezensionen.

Besser: Lass Genre, Ton und Stimmung mitschwingen. Nicht mit Etikett (»ein spannender Krimi«), sondern durch Wortwahl, Konflikt und Atmosphäre. Die Leserin muss binnen drei Sekunden spüren, in welchem Genre sie landet.

Die Leserin stolpert – statt zu fließen

Bandwurmsätze, Wechsel in der Perspektive, zu viele Kommas. Sätze wie diese machen müde statt neugierig.

Besser: Kurz, rhythmisch, aktiv. »Sie flieht. Er jagt sie. Nur einer kennt die Wahrheit.« Lies deinen Text laut – wo du stolperst, stolpert auch die Leserin.

Wörter wie aus der Adjektivhölle

»Ein packender, tiefgründiger, einzigartiger, bittersüßer Roman über Liebe, Schuld und Hoffnung.« Das klingt wie Werbung aus den Nullerjahren.

Besser: Konkrete Sprache statt Aufzählung. Weniger Behauptung, mehr Wirkung. Lass die Leserin fühlen, statt ihr Etiketten aufzudrücken. Ein starkes Verb schlägt fünf Adjektive.

Der letzte Satz sagt zu viel – oder gar nichts

Manche Klappentexte spoilern das halbe Buch. Andere enden mit einem platten Allgemeinplatz.

Besser: Der letzte Satz sollte keine Lösung verraten, sondern Spannung erzeugen. Ein emotionaler Aufhänger, keine Inhaltsangabe. Die offene Frage, die nur das Buch beantwortet.

Falscher Fokus: Welt statt Figur

»In einer Welt, in der Maschinen die Macht übernommen haben …« Mag wichtig sein – aber ohne menschlichen Anker bleibt es abstrakt.

Besser: Zeige, wer betroffen ist – und was auf dem Spiel steht. Leserinnen folgen Menschen, nicht Konzepten. Die Welt ist Kulisse, die Figur ist der Einstieg.

Du übertreibst

»Der beste Thriller seit Hitchcock.« Nein. Die Leserin glaubt es nicht – und fühlt sich manipuliert.

Besser: Stärke deine Geschichte, nicht dein Ego. Der Text sollte wirken, nicht prahlen. Eigenlob klingt nach Marktschreierei – lass lieber Rezensionen und Testimonials für dich sprechen.

Keine Handlungskraft der Hauptfigur

Wenn alles passiv geschieht (»Sie wird gezwungen …«, »Man nimmt ihr alles …«), wirkt die Figur wie ein Spielball. Das schwächt den Sog.

Besser: Mach deine Figur zum aktiven Subjekt. »Sie stellt sich dem Mörder – mit nichts als einer Erinnerung.« Leserinnen wollen Figuren, die handeln, nicht nur reagieren.

Fehlender letzter Check

Rechtschreibung? Lesbarkeit? Keywords? Du bist zu nah dran – du übersiehst Dinge. Immer.

Besser: Lies laut. Lass andere lesen. Und nutze eine Checkliste. Der Klappentext ist dein Verkaufsregal – er verdient die gleiche Sorgfalt wie der Roman selbst.

Drei Tipps, die kaum jemand auf dem Schirm hat

Plattform-Vorschau testen. Lade deinen Klappentext ohne zu veröffentlichen bei Amazon KDP oder BoD hoch – nur so siehst du, wie er wirklich aussieht: Zeilenumbrüche, Sichtbarkeit am Handy, Textfluss. Die ersten Zeilen zählen, weil der Rest oft eingeklappt ist.

Den Text rückwärts prüfen. Lies den Text Satz für Satz von unten nach oben. So erkennst du stilistische Wiederholungen und schwache Stellen, die du sonst überliest.

Ein starker Satz = Social-Media-Zitat. Ist ein Satz so gut, dass man ihn teilen würde? Dann hast du einen echten Anker. Wenn nicht: Noch mal ran.

Vermeide diese Fehler, und du hast einen Klappentext, der nicht nur gut klingt, sondern wirkt. Und nur darauf kommt es an.