
Hier ist ein praktisches, wiederverwendbares Muster, das sich anfühlt wie ein gutes Rezept – Schritte, Zutaten, Dosierung – und nicht wie eine Checkliste.
Portion: 100–150 Wörter
Zubereitungszeit: ca. 30–45 Minuten
Vegan, aber emotional sättigend
Wann ist ein Klappentext fertig? Wenn du nicht mehr kürzen willst, sondern nur noch lesen möchtest. Wenn ein fremder Testleser ihn versteht, ohne das Buch zu kennen. Und wenn jemand weiterlesen will – aber noch nicht alles weiß.
Zutaten
- 1 Hauptfigur (mit innerem oder äußerem Konflikt)
- 1 Aufhänger (Hook oder Szene)
- 1 Hinweis auf Genre, Stimmung oder Setting
- 1 Problem oder Wendepunkt (worum geht’s wirklich?)
- 1 emotionale Unterströmung (optional, aber wirksam)
- 1 Satz als Cliff oder Echo
- 0,0 L Spoiler
Zubereitung
1. Hook vorbereiten (1 Satz)
Starte mit etwas, das hängenbleibt – eine Beobachtung, eine Szene, ein Satz mit Spannung oder Gefühl.
Beispiel: »Am Tag ihrer Hochzeit flieht sie – mit einem Roman unter dem Arm.«

Hooks (Hooklines = Aufhänger) sind das wichtigste Werkzeug, um Leser emotional in den Klappentext hineinzuziehen. Doch nicht jede Hook funktioniert gleich. Diese sechs Grundtypen helfen, den passenden Einstieg zu wählen. Profis kombinieren sogar mehrere Ebenen zu einer Super-Hook. Je stärker die Hook, desto sicherer bleibt der Leser bei deinem Text.
2. Figur und Ausgangslage dazugeben
Stell Hauptfigur und Ausgangskonflikt vor. Kurz, aber nicht generisch.
Beispiel: »Nora lebt zurückgezogen, bis ein Manuskript auftaucht, das ihre eigene Geschichte erzählt.«
3. Genre und Ton mitschwingen lassen
Zeige durch Wortwahl, Rhythmus und Details, was Leser erwartet – Krimi? Liebe? Fantasy? Mehr dazu: Wörter, die in Klappentexten funktionieren.
Beispiel: »Ein Roman über Sehnsucht, Sprache – und das, was nie gesagt wurde.«
4. Konflikt oder Rätsel einrühren
Was steht auf dem Spiel? Was verändert alles?
Beispiel: »Bald merkt Nora: Der Text erzählt nicht nur – er kennt sie.«
5. Echo oder Cliff setzen (1 Satz)
Lass den Text nicht einfach enden.
Beispiel: »Aber wer schreibt das alles – und warum weiß er so viel?«
Hinweise
- Absätze: 2–3, sauber gegliedert, kein Textblock
- Satzlänge: variieren – nicht nur Hauptsätze
- Stimme: zum Buch passend, aber nicht überinszeniert
- Ziel: nicht erklären – antippen und wirken lassen
